Gedicht: „Unser Weg“

weg

~
Dieses Gedicht hab ich heute Mittag geschrieben, im Licht der wunderschönen Erfahrungen, die ich am Wochenende beim Auftakt des „Qualifizierungskurses für die Sterbebegleitung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien“ machen durfte~~~

Die Basis-Geschichte, auf die der Kurs aufbaut, stammt aus der Bibel. Es ist die Geschichte des „Weges nach Emmaus“ (Lukas 24, 13-35), die ich zwar kannte, deren Inhalt sich mir aber nie erschlossen hatte, weil ich mich nie sehr intensiv mit der Bibel auseinandergesetzt hab. Ich wusste auch gar nicht, dass es so coole Evangelisten wie den Lukas gab… 8)

Das Foto zeigt die 8 Schritte, die ein Pate in der Regel gehen „muss“ – und die auch Jesus in der Geschichte ging:  – wahrnehmen – mitgehen – zuhören – verstehen – weitergehen – bleiben – loslassen – aufstehen~~~ ♥

Das Gedicht ist für die vierzehn 2013er-Paten des ambulanten Kinderhospizdienstes Ravensburg~~~ ♥

 

ღ ღ ღ

 

Unser Weg

Als der Silberstreif verschwunden war,
nahm er ihre Ängste wahr
und als die Zweifel endlos schienen,
da ging er schweigend neben ihnen.
Als sie erzählten, ohne Ruh,
hörte er geduldig zu
und obwohl sie keine Antwort fanden,
hat er ihre Frag‘ verstanden.
Als sie hielten, für die Nacht,
ging er weiter, sehr bedacht,
doch als er ihre Augen sah,
blieb er dann in Liebe da.
Als sie saßen, Schoß an Schoß,
ließ er ihre Seelen los
und als sie abends brachen Brot,
da ging er ein ins Abendrot,
da wussten sie, er ist nicht tot.

 

ღ ღ ღ

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Ältere Schmetterlingspoesien von bundy. Permanenter Link des Eintrags.

Über bundy

Text von der Cover-Rückseite der "Schmetterlingspoesie - Band 1": "Ich bin Motorradrennfahrer, und ich schreibe Gedichte. Diese für mich früher undenkbare Tatsache habe ich Eric zu verdanken, einem Freund, der mich im September 2009, am Tag, an dem er mit seiner Yamaha verunglückt war, als Schmetterling besucht hat. Eine Woche später, kurz vor seiner Beerdigung, verabschiedete er sich auf dieselbe Weise von seiner Schwester und seiner Mutter. Seitdem glaube ich nicht mehr an den Tod, - und seitdem schreibe ich jeden Tag Gedichte. Woher sie kommen, weiß ich nicht. Es ist vielleicht meine Aufgabe in diesem Leben, Erics Botschaft, dass keiner jemals wirklich geht, an die Menschen weiterzugeben, und wenn nur eines der 100 Gedichte in diesem Büchlein einem einzigen Menschen da draußen in einem dunklen Moment ein kleines bisschen Hoffnung schenken kann, dann hat es sich für mich schon gelohnt, es zu schreiben. Schmetterlingsgruß, Bundy"



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>