Gedicht: „Demenz“

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Sie sagen mir, dass du dement,
dass deine Lampe nicht mehr brennt,
dass dein Verstand vergessen will,
und dass dein Land jetzt leer und still.

Doch ich weiß, das ist nicht wahr,
denn deine Seel‘ ist rein und klar,
und du weißt, dass du mein Vater bist,
weil die Seele nicht vergisst.

 

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Gedicht: „Unser Weg“

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Dieses Gedicht hab ich heute Mittag geschrieben, im Licht der wunderschönen Erfahrungen, die ich am Wochenende beim Auftakt des „Qualifizierungskurses für die Sterbebegleitung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien“ machen durfte~~~

Die Basis-Geschichte, auf die der Kurs aufbaut, stammt aus der Bibel. Es ist die Geschichte des „Weges nach Emmaus“ (Lukas 24, 13-35), die ich zwar kannte, deren Inhalt sich mir aber nie erschlossen hatte, weil ich mich nie sehr intensiv mit der Bibel auseinandergesetzt hab. Ich wusste auch gar nicht, dass es so coole Evangelisten wie den Lukas gab… 8)

Das Foto zeigt die 8 Schritte, die ein Pate in der Regel gehen „muss“ – und die auch Jesus in der Geschichte ging:  – wahrnehmen – mitgehen – zuhören – verstehen – weitergehen – bleiben – loslassen – aufstehen~~~ ♥

Das Gedicht ist für die vierzehn 2013er-Paten des ambulanten Kinderhospizdienstes Ravensburg~~~ ♥

 

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Unser Weg

Als der Silberstreif verschwunden war,
nahm er ihre Ängste wahr
und als die Zweifel endlos schienen,
da ging er schweigend neben ihnen.
Als sie erzählten, ohne Ruh,
hörte er geduldig zu
und obwohl sie keine Antwort fanden,
hat er ihre Frag‘ verstanden.
Als sie hielten, für die Nacht,
ging er weiter, sehr bedacht,
doch als er ihre Augen sah,
blieb er dann in Liebe da.
Als sie saßen, Schoß an Schoß,
ließ er ihre Seelen los
und als sie abends brachen Brot,
da ging er ein ins Abendrot,
da wussten sie, er ist nicht tot.

 

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Gedicht: „Down-Syndrom“

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pic by Laurence Destrade

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Dieses Gedicht entstand gestern Abend aus einem anderen, das auch mit „Warum“ begann… Nach einem interessanten Gespräch über sogenannte „Behinderte“ hab ich es ein bisschen verändert, und jetzt gefällt es mir… :-)

Für mich gibt es keine Behinderten, weil ich mir zu 134% sicher bin, dass sich die Seele eines „Behinderten“ in keinster Weise von der eines „normalen“ Menschen unterscheidet, – und nur auf die Seele kommt es an… ♥

 

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„Warum gerade wir?“,
das fragte ich von früh bis spät,
„warum nicht irgendwer,
der dieses Schicksal mehr verdiente?“
Warum war unser Gott nicht fair?

Da hörte ich mein Kinde sagen,
das doch gar nicht reden konnte:
„Jeder Mensch ist irgendwer,
und euer Leben ist so schwer,
weil ich euch beide auserwählte,
– weil ihr es mit mir leben sollt.
Ihr werdet mit mir wachsen
und ich werd euch Liebe schenken,
mehr als ihr euch denken könnt,
weil ich euch einfach lieben wollt‘.“

Da haben wir verstanden,
dass es keine Strafe ist,
ein besond’res Kind zu haben,
dass wir drei uns einfach fanden,
weil die edlen Schmetterlinge
auf den schönsten Blüten landen.

 

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Gedicht: „Kinder an die Macht“

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pic by Ich

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Würden Kinder diese Welt regieren,
würd niemand mehr im Winter frieren
und keiner mehr den Mut verlieren.
Die Menschen würden sich vereinen
und die Kranken und Alleinen
müssten nicht mehr haltlos weinen.
Es läg die Welt in buntem Schlummer,
ohne Angst und ohne Kummer,
ohne Hass und ohne Hunger.

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Gedicht: „Das Wesen der Schönheit“

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pic by Roger Hatcliffe

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Dieses Gedicht ist für Ulrike Jansen, die ich zwar (noch) gar nicht kenne, die mir aber durch ihr Buch „In Liebe verzeihen“ so viele tief bewegende Momente geschenkt hat, dass ich das Gefühl habe, sie schon ewig zu kennen…

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Nachdem ich gestern nochmal die Textstelle mit dem viel zu früh geborenen (15. Woche) Sternenkind einer Patientin gelesen hatte, das Ulrike entgegen der Vorschriften zur Mutter brachte, damit sie sich von ihm verabschieden konnte, kam das Gedicht durch den Tränenschleier angeflogen und wollte aufgeschrieben werden…

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Du denkst, du seist zu klein,
um Großes zu erschaffen.
Du denkst, du seist allein
und wehrlos, ohne Waffen.

Doch du schenkst, du weißt es nicht,
uns mehr als alle Größten,
und du schenkst im Dunkel Licht,
du lebst, um uns zu trösten.

Die Schönheit hat ein ruhiges Wesen,
wie wahre Größe wächst sie still,
ist immer schon in dir gewesen
und weiß jetzt, dass sie fliegen will.

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Gedicht: „Mein Weg“

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pic by Elfi

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„Warum ist dieser Weg so lang?“,
fragte ich mich an dem Abend,
weinend meine Trauer tragend,
und kam an einen steilen Hang.

Dort saß ganz still ein armes Kind,
ein Lächeln auf den Lippen habend,                                                                               die Seele in den Augen sagend:
„Komm, setz dich zu mir in den Wind.“

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